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title: "Fed hebt Leitzins erstmals seit 2023 an"
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date: "2026-09-17"
modified: "2026-09-17"
author: "mnews"
language: "de_AT"
categories: ["Wirtschaft"]
tags: ["Donald Trump", "Dow Jones", "Fed", "Federal Funds Rate", "Federal Reserve", "Geldpolitik", "Goldpreis", "Inflation USA", "Kevin Warsh", "Leitzins", "US-Notenbank", "US-Wirtschaft", "Wall Street", "Zinsen USA", "Zinserhöhung"]
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excerpt: "Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erstmals seit Juli 2023 wieder angehoben. Der Zielkorridor steigt um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent."
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# Fed hebt Leitzins erstmals seit 2023 an

**Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erstmals seit Juli 2023 wieder angehoben. Der Zielkorridor steigt um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Die Entscheidung fiel einstimmig und wurde mit der weiterhin hartnäckig hohen Inflation begründet. Fed-Chef Kevin Warsh stellte zugleich weitere Zinsschritte in Aussicht. Die neuen Projektionen der Notenbank zeigen, dass viele Mitglieder noch in diesem Jahr mit mindestens einer weiteren Anhebung rechnen. Präsident Donald Trump reagierte scharf auf den Beschluss und forderte erneut deutlich niedrigere Zinsen. An den Finanzmärkten gerieten Aktien zunächst unter Druck, während der Dollar zulegte und Gold nachgab.**

## Erste Zinserhöhung seit mehr als drei Jahren

Die Federal Reserve hat am Mittwoch ihren Leitzins um 25 Basispunkte angehoben. Damit liegt die sogenannte Federal Funds Rate nun in einer Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent. Es war die erste Erhöhung seit Juli 2023, nachdem die Notenbank den Zins seit Dezember 2025 fünfmal in Folge unverändert gelassen hatte.

Fed-Chef Kevin Warsh begründete den Schritt vor allem mit der weiterhin zu hohen Inflation. Er sagte, die jüngsten Daten hätten keine ausreichende Verbesserung der zugrunde liegenden Preisentwicklung gezeigt. Deshalb müsse die Notenbank ihren Schwerpunkt derzeit auf Preisstabilität legen.

Die Entscheidung fiel einstimmig. Damit setzte die Fed ein deutliches Signal, dass sie trotz politischen Drucks bereit ist, die Geldpolitik wieder zu straffen, wenn sie dies zur Eindämmung der Inflation für notwendig hält.

## Weitere Zinserhöhungen sind möglich

Mit dem aktuellen Schritt dürfte der Zinserhöhungszyklus noch nicht beendet sein. Die neuen Projektionen der Fed zeigen, dass ein Großteil der Mitglieder im weiteren Verlauf des Jahres mindestens eine zusätzliche Anhebung für angemessen hält.

Im Median sehen die Notenbanker den Leitzins Ende 2026 bei 4,1 Prozent. Auch für 2027 rechnen die Mitglieder im Durchschnitt mit einem weiterhin hohen Zinsniveau. Die Projektionen zeigen damit, dass die Fed nicht von einer schnellen Rückkehr zu sehr niedrigen Zinsen ausgeht.

Warsh vermied es allerdings, sich auf einen festen Zinspfad festzulegen. Er betonte, die weiteren Entscheidungen würden von der Entwicklung der Inflation, des Arbeitsmarktes und der Wirtschaft abhängen.

## Fed erhöht Inflationsprognose

Parallel zur Zinsentscheidung hat die Notenbank auch ihre Inflationsprognose nach oben korrigiert. Für 2026 erwartet die Fed nun eine PCE-Inflationsrate von 3,7 Prozent. Im Juni war sie noch von 3,6 Prozent ausgegangen.

Für 2027 bleibt die Prognose bei 2,3 Prozent. Damit geht die Fed zwar von einer Abschwächung des Preisauftriebs aus, erwartet aber weiterhin, dass die Inflation zunächst über dem langfristigen Ziel von 2 Prozent liegt.

Auch bei der Wirtschaftsleistung ist die Notenbank etwas optimistischer geworden. Die Projektionen wurden im Vergleich zur vorherigen Runde leicht nach oben angepasst. Gleichzeitig bleibt die Kombination aus robustem Wachstum und hartnäckiger Inflation für die Geldpolitik schwierig: Eine starke Konjunktur erlaubt höhere Zinsen, erhöht aber auch das Risiko, dass der Preisdruck länger anhält.

## Trump fordert Zinsen von höchstens einem Prozent

US-Präsident Donald Trump reagierte mit deutlicher Kritik auf die Entscheidung. Er schrieb auf Truth Social, die Zinsen in den Vereinigten Staaten sollten bei einem Prozent oder sogar darunter liegen. Seine Forderung nach einer deutlich lockereren Geldpolitik wiederholt Trump bereits seit Monaten.

Der Präsident kritisierte auch die Federal Reserve und warf ihrem Führungsgremium politische Motive vor. Warsh selbst griff er weniger scharf an und bezeichnete ihn weiterhin als „guten Mann“, stellte jedoch dessen Umfeld als problematisch dar.

Warsh wich Fragen zu seinem Verhältnis zu Trump weitgehend aus. Er betonte, die Fed müsse sich auf ihren gesetzlichen Auftrag zur Sicherung stabiler Preise konzentrieren. Damit stellte er erneut die institutionelle Unabhängigkeit der Notenbank in den Vordergrund.

## Die Entscheidung bringt Warsh auf Distanz zum Weißen Haus

Die Zinserhöhung ist auch politisch bemerkenswert, weil Warsh erst seit wenigen Monaten an der Spitze der Fed steht und zuvor wiederholt mit Trump in Verbindung gebracht worden war. Kritiker hatten befürchtet, die Notenbank könnte unter seiner Führung stärker politischen Vorgaben folgen.

Mit der jetzigen Entscheidung setzt sich Warsh jedoch sichtbar von Trumps Forderung nach niedrigeren Zinsen ab. Die einstimmige Abstimmung innerhalb des Offenmarktausschusses unterstreicht zusätzlich, dass es sich nicht um eine Einzelentscheidung des Fed-Chefs handelte.

Warsh erklärte, die Fed müsse glaubwürdig zeigen, dass sie Preisstabilität priorisiert. Die Inflation sei weiterhin zu hoch, und es gebe keine ausreichenden Hinweise darauf, dass sich der zugrunde liegende Preisdruck schnell genug abschwäche.

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Grafik: APA/ORF; Quelle: APA

## Arbeitsmarkt und Konsum bleiben robust

Zu den Faktoren, die eine Zinserhöhung erleichtert haben, gehört die weiterhin vergleichsweise robuste US-Wirtschaft. Die Beschäftigung stieg zuletzt stärker als erwartet, und auch die Einzelhandelsumsätze legten im August deutlich zu.

Die starken Konjunkturdaten zeigen, dass die amerikanische Wirtschaft bislang höhere Finanzierungskosten verkraftet. Gleichzeitig erschweren sie der Fed die Aufgabe, die Inflation wieder in Richtung 2 Prozent zu bringen.

Hinzu kommen gestiegene Energiepreise und höhere Importkosten. Gerade diese Faktoren haben in den vergangenen Monaten dazu beigetragen, dass der Preisdruck hartnäckiger blieb als von der Notenbank ursprünglich erwartet.

## Börsen reagieren nervös

Die erste Zinserhöhung seit mehr als drei Jahren setzte die amerikanischen Aktienmärkte zunächst unter Druck. Der Dow Jones verlor am Mittwoch 1,21 Prozent und schloss bei 51.461,90 Punkten. Der S&P 500 gab um 0,45 Prozent nach. Der technologielastige Nasdaq hielt sich vergleichsweise stabil.

Auch an den Anleihemärkten blieben die Bewegungen deutlich. Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen waren bereits vor der Fed-Sitzung stark gestiegen, weil Anleger sowohl höhere Inflation als auch weitere Zinsschritte erwarteten.

Warsh erklärte dazu, die höheren Anleiherenditen seien seiner Einschätzung nach vor allem Ausdruck einer robusten Wirtschaft, starker Investitionen und geopolitischer Unsicherheiten. Er wies die Auffassung zurück, dass sie primär auf einen Vertrauensverlust in die Fed zurückzuführen seien.

## Gold gerät nach der Entscheidung unter Druck

Auch der Goldpreis reagierte auf die Zinserhöhung. Höhere Zinsen machen unverzinste Anlagen wie Gold relativ weniger attraktiv und können zugleich den US-Dollar stärken.

Nach der Fed-Entscheidung fiel der Goldpreis deutlich und erreichte zeitweise den tiefsten Stand seit Anfang August. Später konnte er einen Teil der Verluste wieder aufholen.

Die Marktreaktionen zeigen, wie groß die Bedeutung der Fed-Entscheidung über die Vereinigten Staaten hinaus ist. Der amerikanische Leitzins beeinflusst weltweit Kreditkosten, Wechselkurse, Aktienbewertungen und die Finanzierung von Staaten und Unternehmen.

## Kampf gegen Inflation bleibt Priorität

Mit der Zinserhöhung hat die Federal Reserve klargemacht, dass sie bereit ist, trotz der politischen Kritik aus dem Weißen Haus gegen den anhaltenden Preisdruck vorzugehen. Die Notenbank will verhindern, dass sich die hohe Inflation dauerhaft in Erwartungen, Löhnen und Preisen festsetzt.

Gleichzeitig steht die Fed vor einem schwierigen Balanceakt. Weitere Zinserhöhungen können die Inflation bremsen, verteuern aber Kredite für Haushalte, Unternehmen und den Staat. Sie können damit auch Investitionen und Konsum belasten.

Die kommenden Monate dürften deshalb entscheidend werden. Sollte die Inflation nicht deutlicher zurückgehen, sind weitere Zinsschritte möglich. Sollte sich die Wirtschaft dagegen spürbar abschwächen, könnte der Spielraum für zusätzliche Erhöhungen kleiner werden.

**Österreich News Online – ONO**

Foto: Getty Images/Atu Images
